Eine Sprossenwand im Kinderzimmer

Bewegung im Kinderzimmer

Kinderärzte und Lehrer betonen immer wieder, wie wichtig Bewegung für die gesunde Entwicklung von Kindern ist. Doch unser Nachwuchs bewegt sich zu wenig. Schon kleine Kinder agieren mehr mit Smartphone, Notebook & Co als mit Laufrad, Wippe und Klettergerüst.

Die Zeiten, in denen Kinder idyllisch im Garten herumtobten, auf Bäume stiegen und auch einmal in den Bach fielen, sind längst passé und kommen höchstens noch im Urlaub vor. Oft sind die Kleinen dann jedoch gelangweilt und können gar nichts mit Kletterbaum, Wiese, Hügel und See anfangen.

Wie schaffen Eltern Abhilfe? Wie unterstützen sie den natürlichen Drang ihrer Sprösslinge nach Bewegung? Wie können Spielgeräte Neugier und Spaß an körperlicher Geschicklichkeit wecken?

Für viele Familien spielt sich der Alltag in der Woche zwischen Wohnung und Kindergarten oder Schulhort ab. Am Morgen wird rasch gefrühstückt, dann geht’s schnell zur Kita und ins Büro. Nach Arbeitsschluss hasten Mutter und Vater, um die Kinder fristgerecht abzuholen, Einkäufe zu erledigen und noch anstehende Termine abzuarbeiten. Da bleibt kaum Zeit für den Spielplatz.

Das tägliche Spiel ist jedoch wichtig. Es umfasst nicht nur soziale Aspekte und die Bewegung des Körpers, sondern hat auch Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten.

Wer hier unterstützen will, kann bei der Gestaltung des Kinderzimmers anfangen. Eine Sprossenwand regt zur Bewegung an. Sie macht Lust auf Turnübungen und verrückte Spiele. Das an der Wand befestigte, schmale Klettergerüst im Zimmer nimmt nicht viel Platz ein und ist dennoch multifunktional nutzbar.

Mit Spaß am Klettern Kinder ganzheitlich fördern

Endlich Ruhe! Was für viele Eltern, Lehrer und Betreuer erlösend klingt, ist für Kinder ungünstig. Bewegung, Rennen, Klettern und Springen stärkt die Muskeln und fördert das Wachstum, trainiert motorische und sensorische Fähigkeiten.

Kinder lernen, wenn sie sich bewegen. Unsere heute aufwachsenden Kinder sitzen viel zu viel still. So kommt es zu Hyperaktivität, Schlaffheit, Übergewicht, Ungeschicklichkeit. Kinder sind anfälliger für Unfälle und Infekte. Ihr Schlaf-Wach-Rhythmus ist häufig gestört. Viele neigen zu unausgewogenem Verhalten.

Doch nicht nur physisch entwickeln sich Kinder, die ohne ausreichende Bewegungsangebote aufwachsen, schlecht, sondern auch geistig.

Zwischen Bewegungsabläufen und dem Aufbau von Gehirnstrukturen bestehen Zusammenhänge. Beim Klettern müssen immer wieder Entscheidungen getroffen werden. Das regt die Vernetzungen im Gehirn an.

Motorische Geschicklichkeit und Körperbeherrschung geben Sicherheit in der Bewegung. Das Kind begreift den realen Raum und entwickelt unterbewusst die Fähigkeit, Entfernungen, Höhen und Tiefen abzuschätzen. Untersuchungen haben gezeigt, dass reale Raumsicherheit Einfluss auf das mathematische Verständnis hat. Kinder, die fit sind, sind überproportional gut im Matheunterricht aufgestellt.

Beschleunigung und Gleichgewicht sind physikalische Grundbegriffe, die Kinder durch eigenes Handeln zunächst unbewusst wahrnehmen und anwenden. Später entwickeln sie aufgrund der eigenen Erfahrung schneller eine abstrakte Vorstellung.

Kindern, die sich zu wenig bewegen, fällt es schwer, die reale Welt zu begreifen.

Gerade Neurologen fordern daher immer wieder Bewegung statt Handy und Fernsehen.

Hinzu kommt: Bewegte Kinder sind glücklicher. Wie beim Joggen werden die Glückshormone Serotonin und Dopamin beim Klettern und Springen ausgeschüttet. Wer tagsüber springt, rennt und klettert, der ist abends auch richtig müde, sodass die Eltern guten Gewissens sagen können: Endlich Ruhe!

Jetzt geht’s los! Ab welchem Alter macht eine Sprossenwand Sinn?

In seinem ersten Lebensjahr entwickelt sich der Säugling rasant. Vom kontrollierten Halten des Köpfchens bis zu ersten Gehversuchen reicht die Skala, die das Kind selbstständig erlernt.

Im zweiten Lebensjahr wird das Gehen perfektioniert. Das Kleinkind erreicht eine erstaunliche Geschwindigkeit, es kann hüpfen, vorwärts und rückwärts laufen und es beginnt zu klettern.

Mit drei Jahren sind Kinder dabei das Erlernte zu festigen und zu optimieren: Sie balancieren, sie rennen bewusst und gezielt schnell, sie lernen immer besser zu fangen, sie hüpfen, springen ab und sie können klettern. Das lässt sich im Kindergarten und auf dem Spielplatz am Klettergerüst beobachten.

Das Aufstehen, Gehen, Klettern brauchen Eltern dem Nachwuchs nicht beizubringen. Sie unterstützen ihre Kinder, indem sie eine sichere, anregende Umgebung schaffen.

Abwechslungsreiche Angebote, die es Kindern ermöglichen, Erfahrungen zu sammeln, lassen sich indoor und outdoor installieren. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder sich möglichst uneingeschränkt bewegen können.

Mit circa drei Jahren sind die Voraussetzungen fürs Klettern gegeben. Dabei ist immer der individuelle Entwicklungsstand Ausschlag gebend. Hat das Kind einen stabilen Gang entwickelt und ist die Augen-Hand-Koordination gegeben, kann eine Turnwand das Kinderzimmer um einen spannenden Spielbereich erweitern.

Spiel oder Fitnesstraining? Die Sprossenwand im Wandel

Ein Kletterelement zu kaufen und korrekt im Kinderzimmer zu installieren, ist mit Aufwand verbunden. Viele Bewegungsspielgeräte haben eine rasche Verfallszeit. Lohnt sich die Mühe überhaupt? Welche Vorteile bietet eine eigene Sprossenwand?

Eine Sprossenwand wächst mit. Sie begeistert kleine Kinder ebenso wie coole Jugendliche. Je nach Modell und Größe eignet sie sich sogar für Erwachsene.

Im Raum kann eine Sprossenwand dekorativ und anregend wirken. Sie passt in kunterbunte Kinderzimmer, in stylishe Jungsräume und in romantische Mädchenzimmer. Shabbychick, Vintagecharme oder Industrial Style lassen sich durch Sprossenwände ergänzen.

Direkt an die Wand montiert nimmt das Spiel- und Sportgerät nicht viel Platz ein und eignet sich daher auch perfekt für kleinere Räume. In natürlichem Holzton oder farblich ans Ambiente angepasst wirkt eine Turnwand unaufdringlich. Doch natürlich kann man sie auch farblich in Szene setzen und mit Kontrasten arbeiten.

Für Kinder wird die Sprossenwand zum Allrounder, auf dem man klettern kann und der sich durch andere Utensilien zu diverse Spielvarianten nutzen lässt. Das reicht vom Budenanbau bis zu Dschungel und Bauernhof.

Für ältere Kinder rückt der Fitnesscharakter stärker in den Vordergrund. Eine Sprossenwand stärkt das Körper- und Selbstbewusstsein von Jungen und Mädchen in der Pubertät. Bauch – Beine – Po können ebenso trainiert werden wie die verschiedenen Muskelpartien.

Wer Kinder- und Jugendzimmer kennt, weiß, dass die Ordnungsvorstellungen von Erwachsenen und Nachwuchs oft differieren. Ehe Kleidung herumliegt, kann sie rasch und griffbereit über die unteren Sprossen gelegt werden.

Darauf ist beim Kauf zu achten!

Sprossenwände für Kinder müssen hohen Anforderungen genügen. Zunächst ist der Einsatzort zu bestimmen. Soll die Wand direkt im Kinderzimmer aufgestellt werden? Oder eignen sich Diele oder Hobbyraum mehr? Ist der Wandabstand ausreichend?

Üblich sind eine Mindestbreite von 0,8 Metern und eine Höhe von 2,00 Metern. Je breiter Sprossenwände sind, desto besser lässt sich mit ihnen spielen und trainieren. Je nach Platzvorgabe sollte eine möglichst große Breite gewählt werden. Ein Klimmzugbügel oder eine vorgelagerte Sprosse sollte vorhanden sein.

Kinder wachsen und das erstaunlich schnell. Von der obersten Sprosse sollte ein Erwachsener mit gestreckten Armen herabhängen können, ohne direkt den Boden zu berühren. So ist garantiert, dass die Turnwand nicht nach einiger Zeit zu kurz wird.

Manche Sprossenwände bieten die Möglichkeit, für kleinere Kinder horizontale Balken in niedrigerer Höhe, ähnlich den Klimmzugbügeln, zu montieren. So ist ein Schutz für kleinere Kinder gegeben, die auf diese Weise die höheren Sprossen nicht erreichen können. Später lassen sich diese Balken problemlos entfernen.

Im Handel finden sich Metall- und Holz-Sprossenwände. Metallgestelle sind optisch und haptisch ungünstiger. Holz lässt sich besser in eine wohnliche Atmosphäre integrieren. Außerdem wird es als angenehmer im Griff empfunden.

Der Hersteller ist verpflichtet, die maximale Belastbarkeit anzugeben. Diese sollte mindestens 100 Kilogramm betragen. Besser sind sogar 120 Kilogramm. Kinder sind leicht. Doch es ist wahrscheinlich, dass nicht nur einer die Kletterwand entert, sondern oft mehrere Kinder das Spielgerät beanspruchen. Heranwachsende haben ein höheres Gewicht und auch Erwachsene sollten eine Sprossenwand im Kinderzimmer zum gemeinsamen Spielen mit den Kindern nutzen können.

Sicherheit beim Aufbau

Bereits wenn man eine Turnwand kaufen will, sollte auf Verarbeitung und Montagemöglichkeiten geachtet werden:

  • Das Holz sollte splitterfrei und fest verfugt sein.
  • Die Konstruktion muss stabil ausgeführt sein.
  • Das Montagematerial sollte den Anforderungen an Kinderspiel- und Fitnessgeräte entsprechen.

Am besten sind TÜV-zertifizierte Sprossenwände, wie sie auch im Turn- und Kindergartenbereich eingesetzt werden.

Herstellerhinweisen ist bei der Montage unbedingt zu folgen. Die Wand, an der die Turnwand befestigt wird, muss horizontale Kräfte nach DIN 7910 aufnehmen können. Bei Leichtbauwänden ist dies in der Regel nicht gegeben, sodass eine stabile Unterkonstruktion notwendig wird. Auch auf Lehm- und Fachwerkwänden kann nicht ohne weiteres gearbeitet werden. Tragende, rohe Wände aus Beton und Mauerwerk sind ein günstiger Montageuntergrund.

Deckenkonstruktionen sollten vermieden werden, da die Decke meist nicht massiv ist und so keine Stabilität des Turngerätes gewährleistet.

Sprossenwände werden standfest auf dem Boden ruhend montiert, sodass die beim Turnen auftretenden Kräfte auf Wand und Untergrund wirken.

Sprossenwände sind hohen Belastungen ausgesetzt. Um Unfällen vorzubeugen, sollte ein Fachmann zur Montage hinzugezogen werden.

Gefahren vermeiden

Bei Spiel- und Sportgeräten hat Sicherheit absolute Priorität. Beim Kauf muss auf solide, geprüfte Verarbeitung geachtet werden. Ein kleinerer Sprossendurchmesser ist für Kinder nicht notwendig. Mit der normalen Sprossendicke kommen Kinder gut zurecht. Sie gibt auch die notwendige Stabilität, wenn einmal mehrere Kinder am Spielgerät turnen und gewährleistet eine lange Nutzungsdauer.

Der Sprossenabstand ist so zu wählen, dass sich das Kind nicht den Kopf einklemmen kann. Er sollte unter 12 cm oder über 23 cm liegen. So ist der Abstand entweder zu gering, um den Kopf hineinzubekommen, oder so groß, dass auch der größte Kinderkopf spielend hindurch passt.

Jedes Kind fällt einmal oder springt ungünstig ab, daher sollte eine dicke Matte von ausreichender Größe nicht vergessen werden. Direkt vor der Turnwand dämpft sie den Fall und eignet sich außerdem selbst noch zum Spielen und für Turnübungen.

Wer ganz sicher gehen will, kann die Kletterwand in seiner Abwesenheit abdecken, sodass die Kinder sie nicht nutzen können. Überängstlichkeit sollten Eltern jedoch vermeiden. Wer seine Kinder auf dem Spielplatz beobachtet, sieht, wie geschickt und schnell sie ein Klettergerüst erklimmen. Das Kind entwickelt ganz von alleine Achtsamkeit und Vorsicht. Überbehüteten Kindern stößt schneller etwas zu. Es mangelt ihnen an Erfahrung, sie verlassen sich auf die helfenden Hände der Erwachsenen, entwickeln Ängste bzw. falsche Vorstellungen vom eigenen Können.

Von der Sprossenwand zu Kletterwald und Sportgerät

Für Sprossenwände gibt es diverse Zubehör. Hat man eine einfache Kletterwand ohne vorgelagerte Sprosse erworben, so kann später ein Klimmzugbügel ergänzend hinzukommen. Das erweitert das Übungs- und Spielpotenzial bereits enorm.

Ein Schrägbrett gibt die Möglichkeit zu rutschen, liegend Übungen auszuführen, Bälle und Spielzeugautos herab rollen zu lassen und, darunter liegend, hat das Kind ein prima Haus. Auch ein gepolsterter Großkeil kann ein reizvolles Ergänzungselement sein.

Ist der Spaß am Klettern geweckt, kann eine Free-Climbing-Wand daneben montiert werden. Dadurch wird das Bewegungsangebot erweitert und es sind andere Klettererfahrungen möglich.

Erlaubt es der Platz, gibt es auch die Möglichkeit, in den Raum hinein zu bauen. Hierbei sind jedoch die Montageanleitungen streng zu beachten, damit Standfestigkeit und Sicherheit beim Gebrauch gegeben sind.

Ballspielen macht auch Spaß? Warum nicht einfach ein Basketballset in die oberen Sprossen einhängen und so das Werfen, Zielen und Fangen trainieren. Höhenverstellbare Ringe, Trapez oder Strickleiter können ebenfalls an der vorgelagerten Sprosse befestigt werden. Genauso wie ein Boxsack.

Sprossenwände sind vielfältig einsetzbar und regen zu immer neuen Bewegungserlebnissen und fantasievollen Spielaktionen alleine, mit Freunden und Eltern an. Gemeinsames Klettern fördert nicht nur körperliche und geistige Fitness, sondern stärkt auch Selbstbewusstsein, Achtsamkeit und soziale Kompetenz zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter.